Operationen – Teil 2

Ganglionentfernung

In manchen Fällen kann ein Ganglion als äußerst störend empfunden werden und im schlimmsten Fall zu dauerhaften Schmerzen mit Bewegungseinschränkung führen. Sollte dies der Fall sein, kann das Ganglion in einem kleinen Eingriff entfernt werden. Dabei lässt sich diese Operation, je nach Größe, in der Regel in Lokalanästhesie tagesklinisch durchführen. Über einen kleinen Hautschnitt wird die zystische Formation bis zu ihrem Ursprung präpariert und in ihrer Gesamtheit entfernt. Zur endgültigen Diagnosesicherung erfolgt stets eine histologische Untersuchung des gewonnen Gewebes.  

Eine spezielle Nachbehandlung ist in der Regel nicht vonnöten.  

 

Ringbandspaltung

Im Falle einer chronischen Entzündung der Beugesehne am Finger oder Daumen, kann es zu einer folgenschweren Verdickung der Sehnenscheide kommen, dass einzelne Ringbänder, welche die Sehne führen, zu einem schwer- oder unüberwindbaren Hindernis für die Sehne werden. Daraus resultiert, im Falle einer gerade noch Überwindbarkeit des Ringbandes, das Phänomen des schnellenden Fingers, welcher mit einem Schnappen aus der gebeugten Stellung in die Streckung springt. Im Falle eines unüberwindbaren Widerstandes kann es auch vorkommen, dass der gebeugte Finger in seiner Position verbleibt und sich nicht mehr strecken lässt. In diesen Fällen kann mit einer einfachen, kurzen Operation über einen kleinen Hautschnitt das einengende Ringband gespalten werden. Dadurch erhält die Sehne wieder ihren notwendigen Platz, wodurch die Entzündung abheilen kann und ein normales Gleitverhalten wieder möglich wird. Der kurze Eingriff kann tagesklinisch in Lokalanästhesie erfolgen und bedarf in der Regel keiner speziellen Nachbehandlung nach erfolgreich abgeschlossener Wundheilung. 

 

Korrekturosteotomien bei Fehlstellungen der Zehen ( Hammerzehen, Krallenzehen, Klauenzehen)

 

Hammer-, Krallen- und Klauenzehen können alleinstehend sowie auch in Kombination mit anderen Pathologien des Fußes einhergehen. Sehr häufig finden sich etwa Hammerzehen in Kombination mit einem Hallux valgus. Sollte dies der Fall sein, so empfehle ich beide Fußpathologien in einer operativen Sitzung zu korrigieren. Bei alleinstehenden schmerzhaften Verformungen der 2.-5. Zehe kommen sogenannte Korrekturosteotomien mit oder ohne Weichteiltechnik zum Einsatz (Trochleaosteotomie). Diese Eingriffe lassen sich tagesklinisch in Lokalanästhesie durchführen und dauern in etwa 15-20 Minuten.  

 

Nachbehandlung: Nach der Nahtentfernung und abgeschlossener Wundheilung kann bereits wieder normales Schuhwerk getragen werden. 

 

Achskorrektur des 5. Strahls (Digitus quintus varus / „Schneiderballen“)

 

Spiegelbildlich zum Hallux valgus lässt sich der Schneiderballen ebenso mit einer operativen Geradstellung des 5. Strahls behandeln. Neben der knöchernen Korrektur können zudem Korrekturen am Weichteil notwendig werden. Präoperative Vorbereitung, Operationszeit sowie auch Nachbehandlung unterscheiden sich nur unwesentlich vom operativen Management der operativen Korrektur des Hallux valgus. 

 

Revisionsoperationen von liegenden Implantaten (Pfannenwechsel, Schaftwechsel, Systemwechsel, Kopf/Insertwechsel)

 

Auch Infektionen der Prothesenteile können einen Wechsel einer Prothese notwendig machen. Dabei werden in einer neuerlichen Operation beschädigte, lockere oder infizierte Prothesenteile ausgetauscht und bei Knochenbrüchen im Prothesenareal selbige zusätzlich mit speziellen Implantaten fixiert. Grundsätzlich muss aber jeder Fall individuell begutachtet und je nach Ursache der Beschwerden individuell behandelt werden. Sollten Beschwerden im Bereich der implantierten Hüfte auftreten, sollte immer umgehend eine gründliche Abklärung der Probleme erfolgen. Gerne führe ich als Ihr behandelnder Orthopäde notwendige Wechseloperationen an der Hüfte durch. 

Behandlung der Osteonekrose des Hüftkopfes (Hüftkopfbohrung)

 

Die Osteonekrose des Hüftkopfes lässt sich in ihrem Verlauf in mehrere Stadien einteilen. Aufgrund einer Minderdurchblutung kommt es zu einem konsequenten Absterben des Hüftkopfes, einer Nekrose. Unbehandelt führt sie in der Regel zu einem Einbruch des Hüftkopfes mit kompletter Destruktion. In den Anfangsstadien der Hüftkopfnekrose kann jedoch versucht werden mittels gezielter Anbohrung des Hüftkopfes die Durchblutung zu steigern und so eventuell den Erkrankungsfortschritt zu bremsen. Dieser Eingriff lässt sich röntgengezielt durchführen und kommt in der Regel mit einer kleinen Hautinzision aus. Nach Entlassung aus dem stationären Umfeld ist jedoch eine konsequente Entlastung des operierten Beines für zumindest 6 Wochen vorgesehen. Regelmäßige Kontrollen mittels MRT-Untersuchung sind notwendig, um den Heilungserfolg beurteilen zu können.  

Primärer künstlicher Gelenksersatz (KTEP)

 

Die künstliche Knietotalendoprothese stellt, neben der Implantation einer künstlichen Totalendoprothese der Hüfte, die häufigste durchgeführte Operation in der Orthopädie dar.  

 Dies führt neben dem stetigen Verlust an Beweglichkeit zu massiver Schmerzzunahme und Reduktion der Gehstrecke. Mit Hilfe einer Knieprothese lassen sich die beschädigten Gelenkspartner durch spezielle Oberflächenimplantate vollständig ersetzen und geben dem Patienten wieder seine Lebensqualität zurück. Eine Knieprothese besteht im Wesentlichen aus 3 Teilen: Einem Implantat am Oberschenkelknochen (Femurkomponente), einem Implantat am Unterschenkelknochen (Tibiakomponente) und einem Polyethylen-Insert, welches zwischen den Metallimplantaten als Gleitlager eingebracht wird. Bei massiven Schäden an der Rückfläche der Kniescheibe wird diese ebenfalls mit einem Rückflächenersatz aus Polyethylen in derselben operativen Sitzung versorgt.

 

Als Spezialist für Erkrankungen des Kniegelenks zählt die Implantation einer Knieprothese zu meinen chirurgischen Schwerpunkten! 

 Nachbehandlung: Je nach Wundheilungsfortschritt und körperlichem Wohlbefinden erfolgt bei sicherem Gangbild nach ca. 4-6 Tagen die Entlassung aus dem stationären Umfeld in die häusliche Pflege. Postoperativ sollte neben einer Physikalischen Therapie, dem regelmäßigen Trainieren mit der Motorschiene, eine regelmäßige Kontrolle des Heilungsfortschrittes in meiner Ordination erfolgen. Meinen Patientinnen und Patienten rate ich zudem die Durchführung einer Rehabilitation in einer spezialisierten Reha-Einrichtung ca. 6-8 Wochen nach erfolgreicher Implantation des neuen Kniegelenkes. Danach ist eine Kontrolle mit einem aktuellen Röntgen des operierten Kniegelenks 1-mal jährlich in meiner Ordination vorgesehen.